Die SPD Isernhagen formiert sich neu.

Nach dem Rücktritt des SPD-Ortsvereinsvorsitzenden wurden vorläufig Jan-Niklas Hartge und Gudrun Krone-Höpfner als kommissarische Vorsitzende mit der Führung der Geschäfte beauftragt.

Sicher ist es schade und bedauerlich, wenn sich jemand aus der Kommunalpolitik zurückzieht oder „hinschmeißt“. Das ist aber keine Krise, es ist das Ergebnis einer innerparteilichen Diskussion, wie es der Demokratie innewohnt, nämlich ein Ringen und Streiten über den besten Weg im Interesse der Sache. Nicht nur im Rat, auch in den Parteien gibt es unterschiedliche Meinungen und schlussendlich geht es um einen Konsens und ggfs. um ein Akzeptieren einer mehrheitlichen Meinung.

Herr Marburg ist 2016 vor der Kommunalwahl aktiv geworden und hatte versucht, für den Bundestag bzw. Landtag zu kandidieren. In diesen Bestrebungen bekam er keine Unterstützung von der SPD Isernhagen. Zur Kommunalwahl hatte er sowohl für den Rat und auch für den Ortsrat kandidiert und er wurde wie alle Kandidaten/innen auch einstimmig auf der Liste nominiert.

Auf der Fraktionssitzung am 11. Juni gab es Kritik an der Person Marburg und dieses wurde dann auf seinen Wunsch auf die Tagesordnung der Vorstandssitzung des Ortsvereins am 18. Juni gesetzt. Von verschiedenen Seiten wurde seine Amtsführung, Öffentlichkeitsdarstellung und Informationspolitik in den Vorstand hinein bemängelt. Es wurde auch kritisiert, dass er trotz wiederholter Hinweise aus der Partei, die Internetseite der SPD Isernhagen brachliegen ließ, deren Betreuung er übernommen hatte. Am Tag danach legte er sein Rats- und Ortsratsmandat nieder, seinen Vorsitz im Ortsverein und trat gleichzeitig aus der SPD aus.

Auf der bereits vor dem Rücktritt von Marburg anberaumten Mitgliederversammlung am 8. August 2018 wird es eine Neuwahl geben. Kandidaten für den Vorsitz und die Vorstandsmitarbeit sind genügend vorhanden. Es gab nach der Erklärung von Herrn Marburg auch Erleichterung und es ist eine neue Dynamik des Miteinanders festzustellen.

Insgesamt handelt es sich hier um ein reinigendes Gewitter. Wer ernsthaft Demokratie und gute Kommunalpolitik will, muss auch einmal zur Selbstkritik fähig sein ohne gleich die „Brocken“ hinzuschmeißen.