SPD fordert mehr Tierschutz und bessere Arbeitsbedingungen an Niedersächsischen Schlachthöfen

In den letzten Monaten haben Tierschützer eine ganze Reihe von Skandalen an niedersächsischen Schlachthöfen aufgedeckt. So wurde beispielsweise ein kleiner Schlachthof im Landkreis Stade geschlossen, weil nachweislich verletzte und kranke Tiere zum Schlachten geschleppt wurden. Auch in einem Schlachthof in Bad Iburg im Landkreis Osnabrück wurden Tierschutz- und Hygienebestimmungen missachtet.

Die Lehren aus diesen Skandalen müssen aus Sicht der SPD-Fraktion lauten: Wir brauchen mehr Tierschutz und bessere Arbeitsbedingungen, wenn wir erreichen wollen, dass sich derartige Vorgänge nicht wiederholen.

Dabei ist eine Videoüberwachung in den Schlachthöfen ein wichtiger Baustein, aber kein Allheilmittel. Vielmehr müssten die geltenden Tierschutzstandards in der gesamten Lieferkette konsequent umgesetzt und strenger überwacht werden. Auch eine empfindliche Erhöhung der Bußgelder für Betriebe, die gegen die Regeln verstoßen, wäre ein probates Mittel zur Abschreckung. Um eine wirkungsvolle Betäubung zu gewährleisten, brauchen wir zudem eine verpflichtende Kontrolle der Betäubungsgeräte und Betäubungsanlagen in allen Schlachtbetrieben bundesweit.

Ein besserer Tierschutz geht auch Hand in Hand mit verbesserten Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten in den Schlachtbetrieben. Die Betäubung und Tötung der Tiere muss vom weiteren Schlachtvorgang abgekoppelt werden, Akkordarbeit ist hier absolut nicht vertretbar und leistet Verstößen gegen das Tierschutzrecht letztlich Vorschub.

Grundsätzlich brauchen wir auch an den Schlachthöfen flächendeckend feste und tariflich geregelte Arbeitsverhältnisse sowie fortlaufende Schulungen und Weiterqualifizierungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auf diese Weise kann auch das Personal für tierschutzrechtliche Vorgaben sensibilisiert werden.

Jan Hartge, Stellv. Vorsitzender der SPD Isernhagen